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Vor einer Woche führte ich im Europäischen Parlament in Straßburg ein Gespräch mit dem Europaabgeordneten Engin Eroglu von den Freien Wählern. Der Austausch fand im Rahmen des Europaseminares der Europäischen Akademie Bayern statt, das Stadt und Gemeinderäte aus Bayern vom 05. bis 08. Juli 2026 nach Straßburg, Kehl, Offenburg und Lauterbourg führte.
Ich habe das Gespräch als besondere Gelegenheit erlebt. Nicht, weil man jeden Tag in Straßburg ist, sondern weil Europapolitik dort plötzlich sehr nah wird. Man sitzt nicht mehr vor einer Nachricht oder einem Ausschnitt aus einer Debatte, sondern spricht direkt mit jemandem, der im Europäischen Parlament arbeitet, verhandelt, abstimmt und politische Entwicklungen mitgestaltet.
Engin Eroglu ist Europaabgeordneter der Freien Wähler und gehört im Europäischen Parlament der Renew Europe Group an. Das Europäische Parlament führt ihn in der aktuellen Wahlperiode außerdem als Mitglied des Fraktionsvorstands und als Vorsitzenden der Delegation für die Beziehungen zur Volksrepublik China.
In kleiner Runde ging es um Themen, die auf den ersten Blick groß wirken, aber am Ende sehr konkret werden. Bezahlbare und sichere Energie. Die wirtschaftliche Stärke Europas. Digitalisierung. Rechenzentren. Innovation. Staatsfinanzen. Und die Frage, wie Kommunen handlungsfähig bleiben, wenn Aufgaben wachsen und finanzielle Spielräume enger werden.
Gerade dieser Zusammenhang war für mich interessant. Europapolitik entscheidet nicht nur über ferne Grundsatzfragen. Sie wirkt darauf, ob Unternehmen investieren, ob neue Technologien bei uns entstehen, ob Energie bezahlbar bleibt und ob Gemeinden ihre Aufgaben noch gut erfüllen können. Wenn Europa hier stark sein will, braucht es nicht nur gute Absichten, sondern verlässliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Vernunft und den Mut, Zukunftstechnologien aktiv zu ermöglichen.
Mir wurde in dem Gespräch noch einmal deutlich, dass Europa nicht allein über Werte zusammenhält. Werte sind die Grundlage. Aber sie brauchen eine starke wirtschaftliche und technologische Basis. Ein Europa, das Freiheit, Demokratie und Wohlstand sichern will, muss auch bei Energie, Digitalisierung, Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit handlungsfähig bleiben. Auch Innovation bleibt, wir durch mich in der Wahlzeit bereits angesprochen, ein Schlüssel für die Weiterentwicklung unserer Gemeinschaft.
Für die Freien Wähler ist dieser Blick wichtig, weil Politik nicht bei der eigenen Gemeindegrenze endet. Viele Entscheidungen, die später vor Ort umgesetzt werden müssen, entstehen auf europäischer, nationaler oder regionaler Ebene. Umso wichtiger ist es, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und den direkten Austausch zu suchen.
Ich nehme aus dem Gespräch mit, dass Europa verständlicher werden muss. Bürgerinnen und Bürger müssen nachvollziehen können, warum Entscheidungen getroffen werden und welche Folgen sie für Alltag, Arbeit, Wirtschaft und Kommunen haben. Europapolitik darf nicht nur erklärt werden, wenn es kompliziert wird. Sie muss von Anfang an näher bei den Menschen sein.
Vielen Dank an Engin Eroglu für die Zeit und den offenen Austausch. Solche Gespräche helfen, Europa nicht nur aus der Distanz zu betrachten, sondern besser zu verstehen, wo Entscheidungen entstehen und warum es wichtig ist, sich einzumischen.