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Barrierefreies Bauen

Infoabend

© Erich Kraus

Die Freien Wähler Petershausen hatten am 13.09.10 zu einem Informationsabend zum Thema „Barrierefreies Bauen – was wollen wir im öffentlichen Raum“ eingeladen und die Erste Vorsitzende Maria Luise Lehle konnte den Zuhörern zwei kompetente Fachleute vorstellen: den Behindertenbeauftragten der Gemeinde Petershausen Horst Stroebel, und den Freien Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Harald Hillebrand aus Abensberg.

Horst Stroebel stellte in seinem Vortrag die gesetzlichen Grundlagen in den Mittelpunkt. Er zeigte auf, wie weit der Begriff „Barrierefreiheit“ gefasst werden kann und wie detailliert das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) die Umsetzung  in sogenannten „gestalteten Lebensbereichen“ vorschreibt, aber auch, wie weit diese Vorgaben sich oft von der Realität unterscheiden.
Die anwesenden Zuhörer konnten dies aus ihren eigenen Erfahrungen bestätigen, sie machten deutlich, wie sehr sie von Einschränkungen betroffen sind, die für sie im täglichen Leben zu unüberwindlichen Barrieren werden, konkret die Probleme mit nicht barrierefreien Zugängen zu Arztpraxen und öffentlichen Gebäuden, Mülltonnen auf dem oft auch noch schrägen Gehsteig, zu engen Behindertenparkplätzen und vielem mehr.

Harald Hillebrand ging in seinem anschließenden Referat sehr detailliert auf diese Problematiken ein und konnte den Zuhörern ein sehr genaues Bild vermitteln, welche Lösungsansätze sich aus der Sicht eines Stadtplaners bieten. Als Grundlage für behindertengerechtes Bauen forderte er das „Zwei-Sinne-Prinzip“ ein, demzufolge Wege und Räume mindestens für zwei der drei Sinne Hören, Sehen, Tasten zugänglich sein müssen. Als Beispiel stellte er das „Grazer T“ vor, hierbei handelt es sich um Fußgängerübergänge, die von taktilen Aufmerksamkeitsfeldern umgeben sind.

Er riet dazu, bauherrenseitig auf die Einhaltung der entsprechenden DIN-Normen zu pochen, die Bezug auf die Barrierefreiheit nehmen. Dass dabei nicht von explodierenden Kosten ausgegangen werden muss, konnte er anhand einer Studie des Schweizer Nationalfonds konkretisieren – bei Neubauten entstünden demnach Mehrkosten in Höhe von 1,8%, bei Umbauten 3,5%. Die Überlegung sollte jedoch nicht nur sein, was es uns kostet, sondern, was es uns wert ist.

Zudem setzte sich Hillebrand für das Modell der teilweisen Verschmelzung von Verkehrsräumen ein. Durch die damit erzwungene Geschwindigkeitsreduzierung und erhöhter Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer könnte eine erhebliche Gefahrenminderung erreicht werden. Erste Versuche hierzu gäbe es in Holland.

Maria Luise Lehle bedankte sich bei den Besuchern des Abends für die lebhafte Diskussion und gab in Ihrem Schlusswort Ihrer Betroffenheit Ausdruck: „Ich sehe, wie weit wir teilweise noch von der Barrierefreiheit entfernt sind und welche Aufgaben noch vor uns liegen“, betonte aber auch im Namen der anwesenden FW-Gemeinderäte, dass die klaren Vorgaben dieses Abends sehr wohl angekommen sind und in die anstehenden Entscheidungen aufgenommen werden.