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Leserbrief Kraus SZ

Leserbriefe zu dem Artikel in der SZ

Wer im Katalog blättert, hat noch nicht bestellt

 Berichterstattung in der SZ vom 21.02.09 – „Solarstrom vom Acker“ und „Schwieriger Prozess“

Wie decken wir künftig unseren Energiebedarf – mit dieser Frage werden wir uns alle in den nächsten Jahren beschäftigen. Der Gemeinderat in Petershausen hat entschieden, sich aus aktuellem Anlass ernsthaft mit der Fragestellung auseinanderzusetzen, ob man über Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen diskutieren möchte. Der Bürgermeister hat diese Entscheidung auf die Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung gelegt – warum auch immer. (Künftig werden die Gemeinderäte die Tagesordnung wohl kritischer hinterfragen!). Ein Beschluss, dass die Verwaltung zu prüfen hat, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Bebauungsplanverfahren möglich sein könnte, nimmt keine Entscheidung über den Bau einer solchen Anlage vorweg! Denn – wer im Katalog blättert, hat noch nicht bestellt.

Strom vom Acker – vor dieser Frage stehen viele Kommunen. Die Freien Wähler Petershausen hatten bereits vor dem nichtöffentlichen Beschluss des Gemeinderats die Bürger und die Presse zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Zur Diskussion am 15. Februar kamen 140 Besucher: aus Kollbach, aus anderen Gemeinden und angrenzenden Landkreisen sowie mehrere Landkreisbürgermeister. Die Diskussion selbst zeigte, wie ernsthaft und differenziert sich die Bürgerinnen und Bürger und auch die Podiumsteilnehmer mit dem Thema beschäftigen.

Wenn Herr Fehrenbach als Sprecher der SPD Fraktion im Gemeinderat – von den SPD Gemeinderäten war übrigens keiner in Kollbach mit dabei - nun erklärt, man hätte mit der Podiumsdiskussion den Bürgern eine Entscheidungsmöglichkeit „vorgegaukelt“, dann kann man über diesen verbalen Fehlgriff nur den Kopf schütteln. Der Abend in Kollbach hat gezeigt: „Die Diskussion ist eröffnet, nicht abgeschlossen!“ Wir Gemeinderäte sind jetzt gefordert, gut zuzuhören – den Bürgern, den Behörden und Fachleuten, den Investoren. Erst blättern, dann abwägen und dann bestellen.

 Elisabeth Kraus
Gemeinderätin der Freien Wähler Petershausen