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Leserbrief Kraus DN
Leserbriefe zu dem Artikel in den Dachauer Nachrichten
Wer im Katalog blättert, hat noch nicht bestellt
Berichterstattung in den Dachauer Nachrichten „Photovoltaik Projekte durch“ und Kommentar „Deckmäntelchen der Nichtöffentlichkeit“
Wie decken wir künftig unseren Energiebedarf – mit dieser Frage werden wir uns alle in den nächsten Jahren beschäftigen. Der Gemeinderat in Petershausen hat entschieden, sich aus aktuellem Anlass ernsthaft mit der Fragestellung auseinanderzusetzen, ob man über Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen diskutieren möchte. Der Bürgermeister hat diese Entscheidung auf die Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung gelegt – warum auch immer. (Künftig werden die Gemeinderäte die Tagesordnung wohl kritischer hinterfragen!). Ein Beschluss, dass die Verwaltung zu prüfen hat, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Bebauungsplanverfahren möglich sein könnte, nimmt keine Entscheidung über den Bau einer solchen Anlage vorweg! Denn – wer im Katalog blättert, hat noch nicht bestellt.
Strom vom Acker – vor dieser Frage stehen viele Kommunen. Die Freien Wähler Petershausen hatten bereits vor dem nichtöffentlichen Beschluss des Gemeinderats die Bürger und die Presse zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Zur Diskussion am 15. Februar kamen 140 Besucher: aus Kollbach, aus anderen Gemeinden und angrenzenden Landkreisen sowie mehrere Landkreisbürgermeister. Die Diskussion selbst zeigte, wie ernsthaft und differenziert sich die Bürgerinnen und Bürger und auch die Podiumsteilnehmer mit dem Thema beschäftigen.
Wenn Herr Hüber jetzt behauptet, alle Weichen sind schon gestellt und der Gemeinderat hätte nur Schaum geschlagen, dann stellt sich die Frage: Hat der Kommentator Seife im Mund? Kann er nicht unterscheiden zwischen dem Beschluss, eine Anfrage näher zu prüfen und der Entscheidung, ein Vorhaben tatsächlich zu realisieren?
Der Anstoß der Freien Wähler in Kollbach hat gezeigt: „Die Diskussion ist eröffnet, nicht abgeschlossen!“ Wir Gemeinderäte sind jetzt gefordert, gut zuzuhören – den Bürgern, den Behörden und Fachleuten, den Investoren. Erst blättern, dann abwägen und dann bestellen.
Elisabeth Kraus
Gemeinderätin der Freien Wähler Petershausen


